Abgasfrei durch die Großstadt

Servicelogistik

Abgasfrei durch die Großstadt

Die zunehmende Luftverschmutzung belastet Großstädte auf der ganzen Welt. Um dem Problem wirksam entgegenzutreten, sind ökologische Mobilitätskonzepte erforderlich. Linde eMotion präsentierte im Mai 2014 einen neuen vollelektrischen Servicevan für den abgasfreien Einsatz in Ballungsräumen. Der Antrieb kommt aus dem Gabelstapler.

 

Der vollelektrische Servicevan von Linde Material Handling ist bereit für die ersten Feldversuche in Großstädten.

Feinstaub und Smog sind in Ballungsräumen trotz Umweltzonen ein Problem. In Chinas Hauptstadt Beijing beispielsweise war die Luft 2013 an 58 Tagen schwer verschmutzt (Quelle: Umweltschutzamt Peking). Aber auch europäische Großstädte sind betroffen: So gab es im März 2014 im Großraum Paris Fahrverbote wegen extremer Luftverschmutzung. Dabei mussten die Autobesitzer ihren Wagen an jedem zweiten Tag stehen lassen. Nur Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb durften durchgehend auf die Straßen.

Für Lieferanten und Serviceanbieter wird die Luftverschmutzung in Ballungsräumen zur Herausforderung. Als Alternative hat Linde Material Handling eine ökologische und effiziente Lösung für Servicefahrten in Städten entwickelt: einen rein elektrisch angetriebenen Servicevan auf Basis des Fiat Ducato L1H1. Weltpremiere feierte das neue Servicemobil im Mai 2014 auf dem Kundenevent World of Material Handling in Mainz. Dort stellten die Geschäftsbereiche Customer Services sowie New Business & Products den Prototypen vor.

Vollelektrischer Antrieb aus dem Stapler

Das Antriebssystem des neuen Servicevans stammt aus der Staplerserienfertigung. Herzstück ist das 50 Kilowatt starke Leistungsmodul Linde eco-Kit L. Es besteht aus Drehstrommotor, Leistungselektronik, Steuerung und weiteren leistungsfreudigen Komponenten. Ausgestattet mit einer Lithium-Polymer-Batterie, die eine Leistung von 33 Kilowattstunden liefert, soll das Fahrzeug mit voller Serviceausstattung eine Spitzengeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde erreichen und rund 100 Kilometer weit fahren.

Feldversuche in europäischen Ballungszentren

Im Herbst 2014 starten Feldversuche mit vier Fahrzeugen, die in London, Paris, in der Rhein-Main-Region und im Ruhrgebiet eingesetzt werden. Entwicklungspartner des Projekts ist der in Norddeutschland ansässige Energieversorger WEMAG AG.

Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung des Servicevans ist eine Vorstudie, die in Frankreich durchgeführt wurde: Die französische Serviceorganisation der Linde MH analysierte 2013 die Einsätze von insgesamt 57 Servicetechnikern. In Ballungszentren absolvierten diese durchschnittlich drei Serviceaufträge und legten dabei meist kurze Strecken in mittlerer Geschwindigkeit zurück. Drei Stunden Einsatz beim Kunden reichten für eine Zwischenladung am Stromnetz aus.

„Wie unsere Vorstudie in Frankreich gezeigt hat, erfüllt der E-Servicevan die Einsatzanforderungen unserer Servicetechniker im großstädtischen Umfeld optimal“, erklärt Massimiliano Sammartano, Vice President Customer Services. Für die zukünftige Serienproduktion ergänzt Sammartano: „Weltweit sind mehr als 7.500 Servicetechniker für Linde Material Handling im Einsatz, etwa zehn bis 20 Prozent davon in Ballungsgebieten. Wir könnten bis zu 1.000 vollelektrische Servicefahrzeuge einsetzen. Es gibt also ein großes Potenzial für CO2-Einsparungen und jederzeit verlässliche Serviceprozesse in den Städten, die emissionsfrei betrieben werden und damit völlig unabhängig sind von Umweltzonen und Fahrverboten.“

Ökologische Mobilität: Zusammenarbeit von Linde und WEMAG

Die WEMAG AG rüstet Fiat-Transporter mit Linde eco-Kits, Batterien sowie Systemen für das Lade- und Batteriemanagement aus, während die Ingenieure von Linde eMotion für die optimale Integration des Systems und die Abstimmung der Fahrzeuge sorgen.

„Im Feldversuch werden wir die Praxistauglichkeit des E-Servicevans testen und gemeinsam mit WEMAG das optimale Set-up entwickeln“, so Maik Manthey, Vice President New Business & Products. „Dann können wir der weltweiten Serviceorganisation von Linde MH ein alltagstaugliches Fahrzeug zur Verfügung stellen, das den Standards der Serienproduktion entspricht.“

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