GLÜCK AUF: E-MOBILITÄT UNTER TAGE

BERGBAU

GLÜCK AUF: E-MOBILITÄT UNTER TAGE

Die Einsatzfelder für elektromobile Antriebe werden vielfältiger. Transporte in Bergwerken gehören bislang kaum dazu. Das kann sich bald ändern.

Unter Tage ist alles anders: Mobilfunknetze funktionieren nicht. Das GPS-System versagt. Die Fahrbahnen sind eng und uneben. Benzin und Gas sind wegen Explosionsgefahr verboten. In dieser Umgebung wird es zur Herausforderung, eine effiziente und zukunftsfähige Infrastruktur aufzubauen.Dieser Aufgabe stellen sich neun Netzwerkpartner, darunter Linde Material Handling (LMH). Gemeinsam arbeiten sie an einem innovativen Mobilitätskonzept für den Kali- und Salzbergbau. Ihre Vision: das Transportwesen unter Tage mittelfristig ganz auf Elektroantrieb umzustellen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Projekt. Der Bundesverband eMobilität e.V. (BEM) übernimmt das Netzwerkmanagement.

Hohes Potenzial für E-Fahrzeuge im Bergbau

Da Benzin- und Gasmotoren als Antriebe in Bergwerken nicht infrage kommen, bleibt bisher nur Diesel als Energiequelle. Dieselfahrzeuge produzieren jedoch eine hohe Menge an Abgasen und Wärme. Das Stollensystem muss ausreichend be- und entlüftet werden, das erfordert viel Energie. Hinzu kommen hohe Sicherheitsanforderungen rund um die Kraftstoffversorgung.

E-Mobilität kann für den Bergbau eine sinnvolle Alternative sein. Für stationär arbeitende Maschinen unter Tage sind kabelgebundene Elektroantriebe bereits Standard. Eine elektrische Infrastruktur ist vorhanden und in der Regel an ein eigenes Kraftwerk gekoppelt, das das Bergwerk mit Strom versorgt. Grundsätzlich ist es also möglich und wirtschaftlich vertretbar, eine Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge im Bergwerk aufzubauen. Durch E-Mobilität würden die Probleme beim Einsatz von Dieselfahrzeugen komplett wegfallen. Ein weiterer Vorteil: Die Streckenausdehnung im Bergwerk beträgt selten mehr als 50 Kilometer – eine ideale Reichweite für E-Mobile.

Ein Netzwerk geht in die Tiefe

Damit die Vision einer elektromobilen Infrastruktur unter Tage Realität werden kann, müssen aktuelle Technologien weiterentwickelt werden. Die Netzwerkpartner haben deshalb nicht nur die Elektroantriebe, sondern auch die Ladeinfrastruktur und das Flottenmanagement im Blick. Sie haben sechs Linien festgelegt, entlang denen das Produkt entwickelt werden soll:

  • E-Fahrzeug/-Antrieb für Personen- und Sachtransporte
  • Datenlogger für E-Technik
  • Infrastruktur für die Kommunikation im Bergwerk
  • Systeme zur Information des Fahrers und zur Optimierung der Fahrweise
  • Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge im Bergwerk
  • neue Ladesysteme sowie Batterie- und Speichertechnik

Linde Material Handling bringt als Projektbeteiligter seine Expertise im Bereich der Elektrofahrzeuge und -antriebe ein. Maik Manthey, Bereichsleiter New Business & Products bei LMH, erläutert den Hintergrund der Kooperation: „Unsere elektrischen Antriebe haben sich millionenfach im harten Einsatz mobiler Arbeitsmaschinen bewährt. Wir können die Großserienkomponenten flexibel anpassen, auch an die besonders fordernden Bedingungen im Bergbau.“

Erkundungstour als Kick-off

Mit einem Kick-off-Workshop haben die Partner Ende 2013 die Arbeit am Projekt aufgenommen. Um einen Eindruck von den besonderen Bedingungen unter Tage zu bekommen, begaben sie sich auf eine Erkundungstour in das K+S-Bergwerk Werra in Philippsthal, Hessen. Am 24. Januar 2014 folgte ein zweiter Workshop beim Partner AKASOL in Darmstadt.

Im Moment arbeitet das Team daran, die E-Mobilität für den Bergbau gemeinsam voranzubringen, Prototypen für elektrische Transportfahrzeuge unter Tage zu entwickeln und den Weg bis zur Serienreife des Produkts weiterzugehen.

Zur Homepage eMobil Untertage

Die Netzwerkpartner von eMobil Untertage machen sich im K+S-Bergwerk Werra in Philippsthal ein Bild von den besonderen Bedingungen.

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